Schon als kleines Kind war ich fasziniert von den Polaroid-Fotos, die meine Oma auf allen Familienfesten machte. Später bekam ich meine eigene Kamera und probierte mich aus. Ich liebte das Fotografieren - aber je öfter ich es tat, umso mehr ärgerte ich mich.
Meine kleine schwarze Kamera konnte jede Person ablichten, aber beim Ansehen der Bilder war ich stets enttäuscht, denn den Menschen dahinter, den konnte sie nicht wiedergeben. Sie konnte zwar hochgezogene Mundwinkel und geöffnete Lippen festhalten, aber ein Lachen, bei dem man keine Luft mehr bekam, das konnte dieses flache Stück Papier den Betrachter einfach nicht mehr hören lassen. Man konnte nicht die Musik hören, die im Hintergrund lief und man konnte nicht das Parfum riechen.
Irgendwann verschwanden all meine Bilder in einem großen Karton und meine kleine schwarze Kamera im Schrank.

 

 


 

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