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Jahre später, als ich
meine Ausbildung begann, kaufte ich mir wieder eine Kamera. ich war
gerade in meine eigene Wohnung gezogen und wollte mein neues, freies
Leben festhalten. Die neue Kamera war noch fast genauso starr wie die
alte, man konnte kaum etwas anderes verändern als den Bildausschnitt,
aber ich hatte plötzlich Spaß daran, die Wirkung von
schwarz-weiß-Aufnahmen, Schatten,
Fokus, Über- und Unterbelichtung und all den anderen
Gestaltungsmitteln zu entdecken. Ich fand heraus, dass es nicht nur an
der Kamera, sondern auch an dem Fotografen liegt, ob man Bilder nicht
nur sehen, sondern auch fühlen kann. Es war also möglich.
Dann zog ich für eine
andere Ausbildung nach Hamburg zu meinem Freund, der später mein Mann
werden sollte und alle meine Energie floss in die Beziehung, den neuen
Job und die neue Lebenssituation. Die Kamera war anfangs noch sehr oft
dabei, aber bald schwand die Zeit und schließlich lag sie nur noch in
irgendeinem Schrank, bis sie eines Tages einfach nicht mehr da war.
Ich vergaß mein Lachen in Bildern und meine Musik, die ich damit
hören wollte und fotografierte nur noch sporadisch mit einem anderen Apparat.
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